Programm kultur.digital.vermittlung

1,4 Millionen Euro für staatliche Museen, Bibliotheken, Archive und Theater – Kunstminister Sibler: „Mit dem Programm ‚kultur.digital.vermittlung‘ stellen wir unsere staatlichen Kultureinrichtungen erfolgreich für die Zukunft auf. Mit den geförderten Projekten können sich die Einrichtungen digital ausprobieren, neue Wege beschreiten und für ihr Publikum innovative Online-Angebote entwickeln. Dies verspricht einen großen Mehrwert für die Kunst- und Kulturlandschaft im Freistaat.“

Ziel des Programms

Im Fokus des Programms stehen die staatlichen Kulturinstitutionen des Freistaats Bayern – Museen, Bibliotheken, Archive und Theater. Die Institutionen haben im Jahr 2020 infolge pandemiebedingter Schließungen zahlreiche Experimente im digitalen Raum gemacht und wertvolle Erfahrungen gesammelt. Nun gilt es, vor dem Hintergrund der erzielten Erfahrungswerte, Experimente weiterzuentwickeln und zu professionalisieren, neue digitale Vorhaben anzugehen und vor allem digitale und analoge Angebote zukunftsweisend und nutzerorientiert zusammenzuführen.

Vor diesem Hintergrund hat das StMWK das Programm kultur.digital.vermittlung aufgesetzt, um die staatlichen Kulturinstitutionen bei der Umsetzung innovativer digitaler Projekte im Rahmen einer ganzheitlichen digitalen Strategie gezielt zu unterstützen. Ziel des Programms ist zudem, durch eine Sichtbarmachung und Vernetzung vorhandener Projekte bzw. Expertise im Bereich von Digitalisierung und Vermittlung einen Mehrwert für die staatlichen Kultureinrichtungen insgesamt zu erzielen.

Durch das StMWK im Programm kultur.digital.vermittlung unterstützte Institutionen


Statement der Jury zur Auswahl:

Wir haben uns sehr gefreut, als Jury am Programm kultur.digital.vermittlung mitzuwirken. Die ambitionierten Anträge präsentieren spannende Projektideen im Bereich der digitalen Kulturvermittlung. Mit großer Begeisterung haben wir gesehen, wie die Kulturinstitutionen auf unterschiedlichem Niveau starten, und sich jede auf ihre eigene Art und Weise intensiv mit dem Thema der digitalen Kulturvermittlung auseinandergesetzt haben. Während die einen eine möglichst auf Breitenwirkung abzielende Skizze entwickelt haben, stellten andere ein einzelnes Thema oder eine klar umrissene Zielgruppe ins Zentrum ihres Antrags.

Vor dem Hintergrund der Vielzahl an konkreten und kreativen Projektideen ließen die formulierten Eckpunkte der im Rahmen des Programms zu erarbeitenden Digitalstrategien noch eine weniger konkrete Zielsetzung erkennen. Hier wird ein intensiver Austausch der ausgewählten Kulturinstitutionen in den kommenden zwei Jahren mit Sicherheit Ideen und Konzepte hervorbringen, von denen in der Folge auch andere Institutionen profitieren werden.

Bayerische Staatsgemäldesammlungen (Alte Pinakothek)

Projekt: Digitaler Besuchs-Assistent - Publikumszentrierte Weiterentwicklung und Aktivierung der Online-Sammlung

Ausgehend von Website und Online-Sammlung regen attraktiv gestaltete Rundgänge zum Museumsbesuch an und bieten neue thematisch kuratierte Zugänge zu 800 Jahren Kunst in den Pinakotheken in Bayern. Der „Digitale Besuchs-Assistent“ unterstützt die Orientierung in Museen vor Ort und macht vertiefende Inhalte zu den Kunstwerken verfügbar. Neben dem Besuchserlebnis entlang kuratierter Touren sollen Benutzer:innen auch eigene Rundgänge erstellen und damit ihr Besuchserlebnis individualisieren können.

Bayerisches Nationalmuseum

Projekt: Zurück ins Museum - Escape game im Bayerischen Nationalmuseum

Das Ziel des Projektes ist ein Excape-Game, das ausgehend von einer analogen Rallye von Oberstufenschüler:innen mit der Unterstützung von wissenschaftlichen Fachkräften ins Digitale übersetzt wird. Sie kann kostenlos auf die nutzereigenen Smartphones heruntergeladen werden. Die Sammlungsobjekte des Bayerischen Nationalmuseums sind die Protagonisten des Spiels.

Bayerisches Staatsschauspiel (Residenztheater)

Projekt: Resi ganz nah - ‚Resi ganz nah‘ erweitert die Website um einen interaktiven, auf mobilen Endgeräten optimierten digitalen Kulturvermittlungsbereich

Mit der Erweiterung der Website des Residenztheaters um ‚Resi ganz nah‘ können jederzeit und aktuell spielerische, inhaltliche und konzeptionelle digitale Implementierungen vorgenommen werden. Während der Zeit des Lockdowns entstandene künstlerische digitale Formate finden dort ihre neue Plattform. Analoge Inhalte werden über den Vorstellungsbesuch hinaus digital vermittelt. Die Formate bedeuten eine andere Nähe, Direktheit und damit eine weitere Bindung der Zuschauerschaft, unabhängig vom analogen Spielbetrieb, als zukunftsweisender, neuer Kunstgriff.

Die Neue Sammlung - The Design Museum

Projekt: Design inklusiv erleben - Ein Pilotprojekt lotet alle Möglichkeiten digitaler barrierefreier Kulturvermittlung aus

Mit einem vielfältigen barrierefreien Programm, das analoge und digitale Vermittlungsebenen miteinander verzahnt, öffnet sich Die Neue Sammlung einem erweiterten Besucher:innenkreis und aktualisiert damit ihren gesellschaftlichen Auftrag: Gute Gestaltung allen weitestgehend barrierefrei zugänglich machen. Unter partizipativer Einbindung der Zielgruppen werden neue digitale Vermittlungsangebote entwickelt, die es künftig allen Besucher:innen ermöglichen sollen, sich die Sammlung selbstbestimmt zu erschließen.

Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns

Projekt: Innenansichten - Archive digital erkunden

Archive sind nach wie vor nicht allen Bürger*innen bekannt. Das Projekt „Innenansichten“ macht den reichen Fundus an originalem Kulturgut einem breiten Pubklikum sichtbar und erlebbar. Ein Blick hinter bzw. durch die Magazinmauern soll Schwellen abbauen und Neugier wecken. Neue digitale Angebote wie virtuelle Rundgänge und Blogparaden sind  verzahnt mit analogen Angeboten und dem exklusiven Blick auf die Originale.     

Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke (MfA)

Projekt: All inclusive - Eine Kooperation von MfA und MPZ zur Entwicklung neuer Formen der barrierefreien Vermittlung

Die digital-analoge Gesamtstrategie des MfA verfolgt eine Open-Access-Politik nach den Leitlinien der Transparenz, Nachhaltigkeit und Datensicherheit. MfA und MPZ entwickeln in dem Kooperationsprojekt „All inclusive“ neue Formen der barrierefreien Vermittlung, damit Menschen mit besonderen Bedürfnissen selbstbestimmt und kreativ am kulturellen Erbe teilhaben können. Diesem Ziel dienen innovative und partizipative Angebote für den realen Museumsraum wie auch den digitalen Raum. 

Museumspädagogisches Zentrum (MPZ)

Projekt: All inclusive - Eine Kooperation von MPZ und MfA zur Entwicklung neuer Formen der barrierefreien Vermittlung

Das MPZ nutzt Synergien aus der Verzahnung digital/analog und unterstützt so bayernweit Museen in der (Weiter-)Entwicklung qualitativ hochwertiger Vermittlungsformate. In dem Kooperationsprojekt „All inclusive“ entwickeln MPZ und MfA neue Formen der barrierefreien Vermittlung, damit Menschen mit besonderen Bedürfnissen selbstbestimmt und kreativ am kulturellen Erbe teilhaben können. Diesem Ziel dienen innovative und partizipative Angebote für den realen Museumsraum wie auch den digitalen Raum.

Staatliches Museum Ägyptischer Kunst München (SMÄK)

Projekt: „Unternehmen Naga“ - Begehbare und immersive Klang-Landschaft

Das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst gestaltet den digitalen Wandel aktiv und erkundet neue Wege der Kulturvermittlung. Es ist experimenteller Raum für das Museumserlebnis von morgen. Digitales Storytelling mit innovativer Technologie lässt die Besucher:innen in eine andere Realität eintauchen. „Unternehmen Naga“ nimmt Besucher:innen mit in eine begehbare Klang-Landschaft und lässt sie unmittelbar an archäologischen Grabungen im Sudan teilhaben.

Zentralinstitut für Kunstgeschichte

Projekt: MunichArtToGo - Die „Kunststadt München“ von 1800 bis heute

Im Rahmen seiner digitalen Strategie erprobt das ZI eine Nutzbarmachung seiner vielfältigen kunsthistorischen Ressourcen für ein den städtischen Raum kreativ erkundendes Publikum. Den inhaltlichen Bezugsrahmen bildet die „Kunststadt München“ in Bild, Text, Video und Audio. Die Anwendung wird zusammen mit Studierenden der LMU München als „augmented topography“ in einem generationsübergreifenden diskursiven Prozess entwickelt und zielgruppenspezifisch evaluiert. 

Zum Verfahren

Die Antragstellung im Rahmen des Programms war für die staatlichen Kulturinstitutionen bis zum 31.05.2021 möglich. Ein unabhängiges Expert*innengremium erhielt die eingereichten Anträge in digitaler Form zur Begutachtung und Auswahl der zu unterstützenden Vorhaben. Die geplante Laufzeit ist Juli 2021 bis September 2023. Eine Präsentation der Projekte ist für Juli 2023 geplant.

Die Koordinierungsstelle für Digitalisierung in Kunst und Kultur des StMWK begleitet die ausgewählten Kulturinstitutionen während der Programmlaufzeit. Sie organisiert bei Bedarf Netzwerk- und Arbeitstreffen für die ausgewählten Institutionen, um sich inhaltlich vertieft und spartenübergreifend auszutauschen und so Synergien zu schaffen.

Die Jury

Die Jury war mit vier Vertreter*innen aus verschiedenen Kultursparten besetzt, die sich alle durch eine hohe Affinität zum Thema Digitalisierung auszeichnen:

Barbara Fischer, Deutsche Nationalbibliothek, Frankfurt a. M.
Marcus Lobbes, Direktor der "AKADEMIE für_Theater_und_Digitalität" in Dortmund
Dr. Antje Schmidt, Leitung Digitale Strategie am Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Prof. Dr. Martin Zierold, Leiter des Instituts für Kultur- und Medienmanagement der Hochschule für Musik und Theater Hamburg

Nachfragen zum Programm bitte an:

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