Digitale Kulturvermittlung – Start einer Web-Seminarreihe für Kulturinstitutionen

Diesen Monat startet das Kunstministerium eine neue Online-Veranstaltungsreihe zur digitalen Kulturvermittlung. Damit möchte es das große Engagement der Kulturschaffenden und -einrichtungen im Freistaat während der Corona-Pandemie unterstützen. Das Virus hat auch vor den bayerischen Kultureinrichtungen nicht Halt gemacht. Museen, Theater, Konzertsäle und Opernhäuser, Bibliotheken, Sammlungen und Archive mussten aufgrund von Corona zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger für den Publikumsverkehr schließen. Doch davon ließ sich die Kunst- und Kulturszene im Freistaat nicht aufhalten. Mit einem breiten Angebot digitaler Lösungen holt sie die Menschen aus ihrer momentanen Isolation hinein in eine Welt der Kunst und Kreativität.

Kunstminister Bernd Sibler
Kunstminister Bernd Sibler

Kunstminister Bernd Sibler betont: „Kunst und Kultur können gerade in diesen herausfordernden Zeiten eine sinnstiftende und verbindende Funktion einnehmen. Unsere Kulturschaffenden und kulturellen Einrichtungen im Freistaat haben in den letzten Wochen Großartiges geleistet und uns trotz der widrigen Umstände mit einem reichhaltigen Kreativangebot versorgt. Dafür haben sie in vielen Fällen auf digitale Möglichkeiten zurückgriffen. Dieses vielversprechende Engagement möchten wir unterstützen. Deshalb bietet das Kunstministerium für alle Interessierten eine Web-Seminarreihe zur digitalen Kulturvermittlung an. Ich würde mich freuen, wenn die Menschen dadurch noch mehr Zugang zu Kunst und Kultur erhalten.“

Zielpublikum und Intention

Das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst will Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Führungskräfte von Museen, Bibliotheken, Archiven, Theatern und anderen Kulturinstitutionen auf ihrem Weg in die digitale Transformation unterstützen. Dafür bietet es Online-Veranstaltungen zu Querschnittsthemen der Digitalisierung und fachspezifischen Herausforderungen sowie praxisbezogene Methodentrainings an.

Entstehung: Runder Tisch Digitale Kulturvermittlung

Graphic Recording zum Runden Tisch Digitale Kulturvermittlung (Credit: Michael Schrenk)
Graphic Recording zum Runden Tisch Digitale Kulturvermittlung (Credit: Michael Schrenk)

Am 24. Juli 2019 luden das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, das Zentrum Digitalisierung.Bayern (ZD.B) und die Bayerische Akademie der Wissenschaften erstmals zu einem Runden Tisch Digitale Kulturvermittlung in die Bayerische Akademie der Wissenschaften ein. Im Fokus des ersten Treffens stand neben dem Austausch über die einzelnen Kunstsparten hinweg eine Bestandsanalyse in den einzelnen Häusern. Die eingeladenen Vertreterinnen und Vertreter aus staatlichen und nichtstaatlichen Museen, Archiven, Bibliotheken und Theatern präsentierten den aktuellen Stand ihrer Häuser im Bereich der Digitalisierung. Sie formulierten große Visionen und Etappenziele auf dem Weg ihrer Institution in die digitale Transformation und benannten die größten Hemmschwellen und Hindernisse auf dem Weg.

Präsentation der Ergebnisse

Übergabe der Ergebnisse des Runden Tischs Digitale Kulturvermittlung am 24. September an Kunstminister Bernd Sibler (Foto: Diane von Schoen)
Übergabe der Ergebnisse des Runden Tischs Digitale Kulturvermittlung am 24. September an Kunstminister Bernd Sibler (Foto: Diane von Schoen)

Kunstminister Bernd Sibler informierte sich bei Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, Sprecher der Themenplattform Digitalisierung in Bildung, Wissenschaft und Kultur am Zentrum Digitalisierung.Bayern (ZD.B), und Dr. Kathrin Zimmer, Koordinatorin der Themenplattform, über die Ergebnisse des Runden Tisches „Digitale Kulturvermittlung – Aktueller Stand und Zukunftsperspektiven“ anhand des Graphic Recordings sowie zwei Mind Maps zum Status Quo der Digitalisierung der beteiligten Kultureinrichtungen.

Folgeveranstaltung: Paradigma 2019. Digitales. Weiter. Denken

Graphic Recording zur Folgeveranstaltung: Paradigma 2019. Digitales. Weiter. Denken (Credit: Heike Haas)
Graphic Recording zur Folgeveranstaltung: Paradigma 2019. Digitales. Weiter. Denken (Credit: Heike Haas)

Die Folgeveranstaltung fand am 25. November 2019 unter dem Titel Paradigma 2019. Digitales. Weiter. Denken in der Geschäftsstelle des ZD.B in Kooperation mit den Kulturkonsorten statt. Der Runde Tisch dient als lebendige, spartenübergreifende Austauschplattform der beteiligten Kulturinstitutionen zu zentralen Themen der Digitalisierung, zur Diskussion von Best Practice Beispielen, zur Definition, Formulierung und Klärung gemeinsamer Bedarfe und Etappenziele auf dem gemeinsamen Weg der Kulturinstitutionen in die digitale Transformation.  Die Bedarfe, die im letzten Jahr gemeinsam identifiziert wurden, stehen im Fokus der kommenden – zunächst durchwegs digitalen – Veranstaltungen.

Kooperationspartner der Veranstaltungsreihe:

mit Unterstützung des:

Themen und Veranstaltungen

19. und 20. Mai 2020, 10.00 bis 15.00 Uhr: Digital Storytelling

Kultur lebt von spannenden, detailreichen, informativen und unterhaltsamen Geschichten. Digital Storytelling macht es sich zur Aufgabe Zuschauerinnen und Zuschauer, Leserinnen und Leser sowie Zuhörerinnen und Zuhörer mit genau solchen einzufangen. Sven-Daniel Gettys vermittelt in dem zweitägigen interaktiven Web-Seminar für Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Kulturinstitutionen Grundbegriffe des digitalen Storytellings und trainiert mit zahlreichen praktischen Übungen aus dem Arbeitsalltag der einzelnen Häuser.

26. Mai 2020, 10.30 bis 11.30 Uhr: Durchblick im digitalen Dschungel – Formate & Angebote

Virtueller Rundgang, Film, Stream, Podcast oder game? –Selma Neumeyer und Christian Hollweg nehmen in ihrem Vortrag unterschiedliche digitale Vermittlungsformate in den Blick und fragen nach Zielpublikum, Bewerbung und Verbreitung. Der Impuls möchte dazu anregen, nach den zahlreichen digitalen Angeboten, die die coronabedingten Schließungen hervorgebracht haben, einen Schritt zurückzutreten und zu fragen, welches Format sich jeweils für bestimmte Themen, Institutionen oder das jeweilige Zielpublikum bevorzugt eignet. Er fragt nach erfolgsversprechenden Startpunkten für die jeweiligen Formate und danach, wie das Publikum einbezogen werden kann.

29. Mai 2020, 10.00 bis 12.00 Uhr und 14.00 bis 16.00 Uhr: Kreative Bildmethoden – Zeichnerische Grundlagen und Außenkommunikation (ausgebucht)

Wenig Theorie – vieeel Praxis: Der digitale Visualisierungsworkshop gibt Einblick in kreative Bildmethoden, vor allem aber befähigt und trainiert Lisa Frühbeis die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Kulturinstitutionen mit zahlreichen Praxisübungen, sodass sie zeichnerische Mittel anschließend gewinnbringend in ihrem Arbeitsalltag nutzen können. Am Vormittag werden Grundlagen und Technik vermittelt, am Nachmittag liegt der Fokus auf Öffentlichkeitskommunikation. Beide Teile bauen aufeinander auf und sind nicht einzeln zu besuchen.

16. Juni 2020, 10.00 bis 12.30 Uhr: Das digitale Publikum – Wer, wie, was…? (ausgebucht)

Wer ist unser digitales Publikum? Was wünschen sich die digitalen Besucher*innen und wie erreichen wir sie? Ist es überhaupt sinnvoll, zwischen digitalen und analogen Besucher*innen zu unterscheiden? Holger Simon skizziert in diesem interaktiven Web-Seminar Personas, um dem digitalen Publikum auf die Spur zu kommen, wirft erste Ideen für digitale Angebote in den Raum und thematisiert die Kanäle, über die Kulturinstitutionen ihr digitales Publikum erreichen.

17. Juni 2020, 10:00 bis 12:30 Uhr: Das digitale Publikum – Wer, wie, was…? (Zusatztermin)

Wegen der großen Nachfrage gibt es einen zweiten Termin zum digitalen Publikum. Das Web-Seminar ist identisch mit der Veranstaltung vom 16. Juni.

Wer ist unser digitales Publikum? Was wünschen sich die digitalen Besucher*innen und wie erreichen wir sie? Ist es überhaupt sinnvoll, zwischen digitalen und analogen Besucher*innen zu unterscheiden? Holger Simon skizziert in diesem interaktiven Web-Seminar Personas, um dem digitalen Publikum auf die Spur zu kommen, wirft erste Ideen für digitale Angebote in den Raum und thematisiert die Kanäle, über die Kulturinstitutionen ihr digitales Publikum erreichen.

26. Juni 2020, 10.30 bis 12.00 Uhr: Kultur digital – Formatentwicklung und UX-Design

Im Digitalen gibt es für Inhalte längst mehr als eine Auswertungsform und ein Erlösmodell. Es ist daher eine Notwendigkeit für Institutionen, nutzerzentriert zu arbeiten und mit Ihren Zielgruppen in ständigem Austausch zu stehen. Doch mit welchen Methoden und Workflows lässt sich die Arbeit in der vielgestaltigen Digitalwelt managen? Wie werden Ideen entwickelt und wie daraus wirksame Projekte, und wie können solche Projekte im Rahmen einer übergreifenden Strategie aufgesetzt werden?

Matthias Leitner bearbeitet diese Fragen in seinem Impulsvortrag initial mit den Methoden des System Thinking und dem User Experience Design. Er bietet Kulturinstitutionen einen Einblick in Arbeitsweisen, die auf Nachhaltigkeit und mit langfristiger Perspektive angelegt sind und damit Projekte hervorbringen die mehr sind als ein spontaner, teurer Leuchtturm und ein schnell verglimmendes Lagerfeuer.

1. Juli 2020, 9.30 bis 15.00 Uhr: Kultur digital: Check Up – Strategie und UX-Design

Aufbauend auf der Veranstaltung vom 26.06.2020 „Kultur digital – Formatentwicklung & UX-Design“ erarbeitet Matthias Leitner in dem interaktiven Workshop gemeinsam mit sechs Kulturinstitutionen einen ersten Überblick über die jeweiligen strategischen Voraussetzungen und digitalen Entwicklungsperspektiven. Mit den Methoden des System Thinking und des UX-Design werden die Ausgangspotentiale und primären Handlungsfelder skizziert, sowie nächste Schritte für etwaige digitale Entwicklungsprozesse erarbeitet.

Zielgruppenanalyse, Ideation und Konzeption, Medienarchitektur, Workflow und Team-Struktur werden im Zentrum des interaktiven und sehr praxisorientierten Web-Seminars stehen. Die Veranstaltung am 26.06.2020 ist Voraussetzung für die Teilnahme am 01.07.2020.

7. Juli 2020, 10.00 bis 12.30 Uhr: Arbeitskultur und Haltung

Wie nutzen wir kollaborative und agile Methoden für unsere Organisation? – In dem interaktiven Web-Seminar vermittelt Holger Simon Grundlagen des kollaborativen Arbeitens (Kommunikation, Organisation, Dateiablage), er thematisiert die Differenz von inventio und innovatio, führt in Agiles Projektmanagement ein und demonstriert, wie Kulturinstitutionen in ihrem Arbeitsalltag mit wenigen Tools viel erreichen können.

20. Juli 2020, 10.00 bis 16.00 Uhr: Barcamp: Kultur und Corona – Chancen und Herausforderungen für Kulturinstitutionen - Achtung: Veranstaltung verschoben auf den 27.10.2020!

Die Corona-Krise ist eine kulturelle Herausforderung, auf welche die Kulturinstitutionen aktuell mit einer Vielzahl digitaler Angebote reagieren. Im Anschluss an eine Keynote von Prof. Dr. Nida-Rümelin, LMU, bietet das digitale Barcamp die Möglichkeit zum Austausch von Experimenten und Best-Practice-Beispielen: Was hat sich in Zeiten des Shut-Downs bewährt und hat das Potenzial, auch künftig zum regulären digitalen Angebot eines Museums, Theaters, Archivs oder einer Bibliothek zu gehören? Was war lediglich zur Überbrückung geeignet und hat sich nicht bewährt? Wie können analoge und digitale Kulturvermittlung gewinnbringend zusammengeführt werden?

21. und 22. Juli 2020, 10.00 bis 12.00 Uhr: Kreative Bildmethoden – Zeichnerische Grundlagen und Inhouse-Kommunikation

Wenig Theorie – vieeel Praxis: Der digitale Visualisierungsworkshop gibt Einblick in kreative Bildmethoden, vor allem aber befähigt und trainiert Lisa Frühbeis die Teilnehmer*innen aus Kulturinstitutionen mit zahlreichen Praxisübungen, so dass sie zeichnerische Mittel anschließend gewinnbringend in ihrem Arbeitsalltag nutzen können. Der erste Tag vermittelt Grundlagen und Technik, der zweite Tag setzt den Fokus auf Inhouse-Kommunikation. Beide Teile bauen aufeinander auf und sind nicht einzeln zu besuchen.

Anmeldung für die Veranstaltungen unter

Graphic Recordings zum Download

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