Gesundheitsforschung

In der Gesundheitsforschung ist Bayern besonders stark. Die sechs Universitätsklinika im Freistaat forschen auf internationalem Spitzenniveau. So wurde der renommierte Leibniz-Preis in den vergangenen Jahren wiederholt an bayerische Gesundheitsforscherinnen und -forscher vergeben, zuletzt an Prof. Jürgen Ruland (2021), Technische Universität München. Die Medizinischen Fakultäten sind an zahlreichen Forschungsprojekten und an anderen Forschungseinrichtungen beteiligt. Hinzu kommen herausragende Forschungsaktivitäten an außeruniversitären Einrichtungen wie dem Helmholtz-Zentrum München und mehreren Max-Planck-Instituten (MPI für Neurobiologie, MPI für Biochemie und MPI für Psychiatrie).

Die Staatsregierung hat im Bereich der Gesundheitswissenschaften in den letzten Jahren neue Akzente gesetzt. Ein wichtiges Fundament bilden die Akademisierung der Pflege und Hebammenkunde und die Einrichtung der entsprechenden primärqualifizierenden Studienangebote an den bayerischen HaW/TH, aber auch an den bayerischen Universitäten, entsprechend der vom Ministerrat beschlossenen Aufbauplanung. Die Staatsregierung hat diesen Aufbau durch Bereitstellung der erforderlichen Mittel und Stellen unterstützt. Daneben ist es den HaW/TH gelungen, ihr Profil auch in der anwendungsbezogenen Forschung zu schärfen, auch auf dem Gebiet der Gesundheitswissenschaften.

Hochschulforschung und Universitätsklinika

Universität Augsburg

Als jüngstes der sechs Bayerischen Universitätsklinika setzt die Universitätsmedizin Augsburg  auf die Forschungsschwerpunkte Medizinische Informationswissenschaften (Medical Information Sciences) und Umwelt und Gesundheit (Environmental Health Sciences). Sie greift damit bestehende Kompetenzen der Universität Augsburg wie Interdisziplinäre Gesundheitsforschung, Umweltforschung und Informatik auf. Klinische Profilzentren des Universitätsklinikums Augsburg (UKA) bilden insbesondere die Disziplinen Vaskuläre Medizin, Tumormedizin und Allergologie.

Neben Würzburg, Erlangen und Regensburg ist das UKA Teil der gemeinsamen Allianz der Comprehensive Cancer Center – kurz WERA genannt, die zusammen ein Versorgungsgebiet von acht Millionen Menschen abdeckt.  Die Deutsche Krebshilfe zeichnete den Verbund im Jahr 2022 als „Onkologisches Spitzenzentrum“ aus. Augsburg steht in besonderem Maße für die personalisierte Krebsmedizin und Liquid Biopsy sowie die Patientenbeteiligung in der Konzeption von Forschungs- und Versorgungsvorhaben. 

Als Konsortialpartner im Konsortium DIFUTURE (Data Integration for Future Medicine) ist der Forschungsschwerpunkt Medical Information Sciences zusammen mit klinischen Partnern am UKA an der BMBF-geförderten Medizininformatik-Initiative beteiligt.

Die Medizinische Fakultät der Universität Augsburg bildet die künftigen Ärztinnen und Ärzte in einem Bayern-weit einzigartigen Modellstudiengang aus. Der Modellcharakter zeigt sich vor allem darin, dass das Curriculum die integrierte Vermittlung von vorklinischen grundlagenwissenschaftlichen und klinischen Inhalten umsetzt. Die Studierenden erhalten dadurch bereits zu einem frühen Zeitpunkt Einblicke in die medizinische Praxis und den Umgang mit Patientinnen und Patienten. Des Weiteren sind die wissenschaftlichen Schwerpunkte der Universitätsmedizin in einem breit angelegten wissenschaftlichen Longitudinalkurs abgebildet und erlauben eine frühe wissenschaftsfundierte Ausbildung vom Beginn des Studiums an.

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen

Die Universitätsmedizin Erlangen zeichnet sich durch die enge Verzahnung von Forschung, Lehre und Patientenversorgung aus. Diese translationale Forschung gelingt durch vielfältige, fächerübergreifende Kooperationen. Die zentrale Lage im Medical Valley der Metropolregion Nürnberg bietet zudem ideale Voraussetzungen für enge Kooperationen zwischen Wissenschaft und Industrie.

Fünf Forschungsschwerpunkte prägen die Medizinische Fakultät der FAU Erlangen-Nürnberg und das Universitätsklinikum Erlangen:

  • Infektionsforschung und Immunologie
  • Nieren- und Kreislaufforschung
  • Neurowissenschaften
  • Tumorforschung
  • und Medizin- und Gesundheitstechnologie

Im Deutschen Zentrum Immuntherapie (DZI) werden chronisch-entzündliche Erkrankungen und Krebserkrankungen durch gezielte Immuntherapien interdisziplinär behandelt. Das Comprehensive Cancer Center (CCC ER-EMN) verdeutlicht die Spitzenstellung der onkologischen Forschung und die schnelle Übertragung der Forschungsergebnisse in Therapie und Diagnostik. Es ist nach den Kriterien der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert. Die in der Medizintechnik betriebenen Entwicklungen und klinischen Applikationen erfolgen in enger Kooperation mit der Technischen und Naturwissenschaftlichen Fakultät der FAU sowie mit der in der Metropolregion angesiedelten Industrie im Bereich der Medizintechnik. Von besonderer Bedeutung sind die Themen Augenheilkunde, bildgebende Diagnostik, intelligente Sensorik und Therapiesysteme.

Ludwig-Maximilians-Universität München

Die Medizinische Fakultät der LMU und das LMU Klinikum gehören zu den forschungsstärksten Zentren der Hochschulmedizin in Europa. Gemeinsam sind sie häufig nationaler Spitzenreiter in internationalen Forschungsrankings und der einzige Standort, der alle acht Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung beherbergt (einschließlich zweier derzeit in Gründung begriffener Zentren). Im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder stellt die Fakultät einen Exzellenzcluster. Klinikum und Fakultät sind Sprecher von mehreren Sonderforschungsbereichen und Transregios der Deutschen Forschungsgemeinschaft, von über einem Duzend Grants des European Research Council und von zahlreichen weiteren nationalen und europäischen Forschungsprojekten, Netzwerken und Nachwuchsgruppen

Es gibt sechs Forschungsschwerpunkte, die unter dem großen Thema "Biomedizin für Leben und Lebensqualität" zusammengefasst sind:

  • Molekulare Biomedizin,
  • Kampf gegen Krebs,
  • Entzündungen und Infektion,
  • Transplantationsmedizin,
  • Neurowissenschaften sowie
  • Medizin für die Gesellschaft. 

 

Diese sechs thematischen Säulen sind durch zwei methodische Querschnittsbereiche verbunden:

  • Personalisierte Medizin:

Neue Technologien erweitern das Wissen über molekulare und zelluläre Prozesse rasant und tragen zum Verständnis von Gesundheit und Krankheit bei. Die personalisierte Medizin will dieses Wissen für individualisierte Prävention, Diagnose und Therapie unter Berücksichtigung von individuellen biologischen Risikomarkern, genetischer Prädisposition, geschlechtsspezifischen Faktoren oder Lebensstilfaktoren einsetzen.

  • Digitale Medizin:

Die Zukunft der Medizin ist (auch) digital. Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen versprechen ungeahnte Möglichkeiten patientenorientierter, personalisierter Diagnostik und Therapie. Im medizinischen Alltag werden digitale Datensätze in großer Menge aus klinischen Systemen und Prozeduren generiert, deren Potenzial enorm ist. An der Medizinischen Fakultät beschäftigen sich mehrere Einrichtungen und Arbeitsgruppen schon heute erfolgreich mit Digital Health, Maschinellem Lernen und verwandten Themen.

Technische Universität München

Kernaufgabe der Fakultät für Medizin der TU München ist es, Krankheitsmechanismen sowie mögliche neue Ansatzpunkte in Prävention, Diagnose und Therapie zu erforschen sowie präklinische und klinische Studien durchzuführen.

Dabei wird großer Wert auf Interdisziplinarität und Internationalisierung gelegt, um integrative Forschungskonzepte zu entwickeln und neue Erkenntnisse schnell in die klinische Praxis umsetzen zu können.

Forschungsschwerpunkte sind:  

  • Cardiovascular & Metabolic Health,
  • Oncology,
  • Neuroscience sowie
  • Infection, Immunity & Environmental Health.

Gesundheitsforschung findet an der Technischen Universität München nicht nur an der Fakultät für Medizin statt. So bündelt die TUM ihre Forschungsaktivitäten auf dem komplexen und interdisziplinären Feld der Medizintechnik an der Munich School of Bioengeneering in Garching (MSB: Munich School of BioEngineering (tum.de)). Hier werden nahezu alle Themengebiete der Medizintechnik bearbeitet:

  • synthetische und molekulare Biologie,
  • Zellphysiologie,
  • Organersatz und Implantate,
  • künstliche Intelligenz und Robotik für die Medizin und
  • medizinische Bildgebung und Mikroskopie

An der Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaften der TUM ist ein neuer Forschungsschwerpunkt in Aufbau, der sich verstärkt an der Gesundheitswissenschaft orientiert. Dies bedingt eine enge Vernetzung mit der Fakultät für Medizin und den Lebenswissenschaften am Wissenschaftszentrum Weihenstephan für Ernährung, Landnutzung und Umwelt (WZW). Erforscht wird unter anderem das Potential von Sport und Bewegung als Mittel der Gesunderhaltung und Krankheitsprävention.

Der Schwerpunkt Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften am Wissenschaftszentrum Weihenstephan deckt das komplette Spektrum der Erforschung von Lebensmitteln und deren Inhaltsstoffen ab. Das schließt auch ihre sensorischen, ernährungsphysiologischen und funktionellen Wirkungen ein. Die Forschung zielt auf die Analyse der chemischen und mikrobiellen Zusammensetzung von Lebensmitteln, um ihre Wirkung auf den Darm und den Stoffwechsel besser zu verstehen. Die Untersuchungen widmen sich besonders der Frage, wie ernährungsrelevante Krankheiten entstehen und wie man sie am besten vorbeugen beziehungsweise behandeln kann.
An der Schnittstelle von Lebensmittel-, Ernährungs- und Gesundheitsforschung ist ferner das Zentralinstitut für Ernährungs- und Lebensmittelforschung (ZIEL) angesiedelt.

Universität Regensburg

Der Fakultät für Medizin der Universität Regensburg und dem Universitätsklinikum Regensburg ist es gelungen, sich nach der Gründung innerhalb kurzer Zeit einen sehr guten Ruf als medizinische Forschungsstätte zu erwerben. Die Fakultät konzentriert sich mit ihrem Universitätsklinikum auf die drei Forschungsschwerpunkte

  • Tumorforschung,
  • Immuntherapie und
  • Transplantationsmedizin.

Das University Cancer Center Regensburg (UCCR) garantiert Krebspatientinnen und –patienten modernste Diagnostik und Therapie. Darüber hinaus verbindet es mit einem interdisziplinären Konzept Grundlagenforschung und anwendungsorientierte Forschung und klinische Studien. Ziel der translationalen Krebsforschung im Comprehensive Cancer Center Ostbayern (CCCO) ist es, die Erkenntnisse aus der präklinischen Grundlagenforschung effizient und zeitnah in den klinischen Betrieb zu übertragen. Die Fraunhofer-Gruppe "Personalisierte Tumortherapie" analysiert die charakteristischen und oft patientenspezifischen Therapieziele einer Krebserkrankung. Der Fokus liegt dabei auf der Entwicklung neuer Therapieziele und sog. „Vorhersagetests“ zum Therapieansprechen.

Bis zum Jahr 2027 soll der Forschungsbau „Center for Immunomedicine in Transplantation an Onkology“ (CITO) auf dem Campus des Universitätsklinikums Regensburg entstehen, in dem Immunzell-Gewebe-Wechselwirkungen bei Blutstammzell- und Organtransplantationen sowie bei Tumorerkrankungen erforscht werden. Auf der Grundlage dieser Forschung sollen perspektivisch hocheffektive und zielgerichtete Immuntherapeutika für die Krebs- und Transplantationsmedizin entwickelt werden.

Die medizinische Forschung am Standort Regensburg ist übergreifend von der besonderen Struktur der Fakultät charakterisiert. Zum einen beruht diese durch die unmittelbare Nachbarschaft von Universitätsklinikum und Universität auf einer hohen Interaktion von Klinik, Vorklinik und den naturwissenschaftlichen Fächern. Zum anderen besteht durch einige extern etablierte Lehrstühle eine starke Verflechtung mit der Medizinstruktur und der Krankenversorgung der gesamten Region und ihres Gesundheitswesens.

Mehr Informationen finden Sie auf der Seite der Fakultät für Medizin der Universität Regensburg.

Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Die Aktivitäten der Würzburger Universitätsmedizin fokussieren sich im Wesentlichen auf die fünf Forschungsschwerpunkte:  

Sämtliche vorklinischen und klinisch-theoretischen Institute sowie alle Kliniken sind in diese Schwerpunkte eingebunden. Darüber hinaus bestehen zahlreiche Forschungsverbünde.

Mehr Informationen finden Sie auf der Seite der Medizinischen Fakultät der Universität Würzburg.

 

HaW Neu-Ulm: Institut DigiHealth

OTH Regensburg: Regensburg Center of Health Science and Technology

RCHST

 

Bayerische Forschungsverbünde und -netzwerke

Kooperative Gesundheitsforschung betreiben die Bayerischen Forschungsverbünde

Daneben bestehen folgende Forschungsnetzwerke:

Erstmalige Kooperation aller bayerischen Universitätsklinika und Medizinischen Fakultäten in Form einer dauerhaften Einrichtung der bayerischen Hochschulmedizin, die die Krebsforschung und -behandlung in Bayern auf ein international beachtetes Spitzenniveau heben und national eine Vorreiterrolle übernehmen soll. Hauptfokus des Zentrums ist der schnelle Transfer von Ergebnissen der Grundlagenforschung in die breite klinische Praxis, d.h. eine schnellere Übertragung von Forschungsergebnissen in Diagnose- und Therapieoptionen (Translation).

Um sein medizinisches Fachwissen für alle Betroffenen einfach verfügbar zu machen, bietet das BZKF ein kostenfreies „BürgerTelefonKrebs“ an: Unter der Telefonnummer 0800 85 100 80 haben Bürgerinnen und Bürger von Montag bis Freitag, 8:30 – 12:30 Uhr, die Möglichkeit, sich unkompliziert und individuell zu allen Fragen bezüglich Krebserkrankungen beraten zu lassen. Alternativ kann dieser Service unter der Adresse buergertelefon@bzkf.de auch per E-Mail genutzt werden.

Perspektivisch werden alle Universitätskliniken in Deutschland in dem Netzwerk zusammenarbeiten. Alle bayerischen Universitätsklinika sind bereits Teil des Netzwerkes. Das Netzwerk hat zum Ziel, Maßnahmenpläne, Diagnostik- und Behandlungsstrategien möglichst aller deutschen Universitätskliniken zusammenzuführen und auszuwerten. Durch diese Bündelung der Kompetenzen und Ressourcen sollen Strukturen und Prozesse in den Kliniken geschaffen werden, die eine möglichst optimale Versorgung der COVID-19-Erkrankten sicherstellen. Die Universitätskliniken und die anderen Krankenhäuser werden dann schnell, qualitätsgesichert und schlagkräftig agieren können. Sie werden die Daten der behandelten COVID-19-Patienten systematisch erfassen und in einer Datenbank bündeln. Zu dieser Datensammlung können zusätzliche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die nicht in der medizinischen Forschung tätig sind, hinzugeholt werden. Sie werden mit ihrer Forschung die Arbeit der Ärztinnen und Ärzte flankieren. Koordiniert wird das Forschungsnetzwerk von der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

  • BayWISS Verbundskolleg Gesundheit

Im Verbundkolleg „Gesundheit“ beim Bayerischen Wissenschaftsforum (BayWISS) werden von Universitäten und HAW gemeinsam getragenen Promotionen gebündelt. Es vernetzt Forscher und Forscherinnen in Bayern über Hochschularten hinweg und bietet eine starke Plattform für den wissenschaftlichen Austausch und die Entwicklung von Synergien. Das Forschungsfeld des Verbundkollegs deckt ein breites thematisches Spektrum ab. Dieses reicht von der Gesundheitsprävention über Gesundheitsmanagement und -ökonomie, bis hin zur Pflege und Rehabilitation. Neben seinen naturwissenschaftlichen Themenschwerpunkten im Bereich der Medizintechnik, der Medizininformatik, der Biomedizin sowie der Materialien und Wirkstoffe widmet sich die Forschungsarbeit auch medizinethischen und rechtliche Fragen.

Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen

Helmholtz-Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (HMGU)

Das Helmholtz-Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (HMGU) erforscht, wie Volkskrankheiten im Kontext von Umweltfaktoren, Lebensstil und individueller genetischer Disposition entstehen. Dabei werden neue Ansätze für Prävention, Diagnose und Therapie entwickelt. Schwerpunkte liegen auf Diabetes mellitus, Lungenerkrankungen und Allergien.

Basis der Arbeit ist die Grundlagenforschung in den Instituten und wissenschaftlichen Abteilungen, die regelmäßig international begutachtet werden. Als wissenschaftlich-technische Infrastruktur stehen dafür zentrale Technologieplattformen auf höchstem Niveau zur Verfügung. Durch intensive Zusammenarbeit mit den Universitätsklinika und mit den Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung können wissenschaftliche Erkenntnisse schnell in die medizinische Praxis einfließen und den Patienten zugute kommen.

Das HMGU ist eine Forschungseinrichtung des Bundes und des Freistaats Bayern; es ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung Würzburg (HIRI)

Das Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung Würzburg (HIRI)  ist 2017 aus einer Partnerschaft zwischen dem Helmholtz-Institut für Infektionsforschung Braunschweig (HZI) und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) hervorgegangen.

Zunehmende Antibiotika-Resistenzen, chronische Infektionen und neu auftretende Krankheitserreger sind große Herausforderungen für das Gesundheitssystem. Einen neuen Ansatzpunkt bieten Ribonukleinsäuren (RNA). Ähnlich aufgebaut wie die DNA, ist die RNA von zentraler Wichtigkeit bei der Produktion von Eiweißen im Körper. Während in den letzten Jahren die Bedeutung von RNA in regulatorischen und sensorischen Zellprozessen deutlich wurde, ist ihre Rolle bei Infektionsprozessen weitgehend unverstanden. Dank interdisziplinärer Expertise und modernster Infrastruktur soll am HIRI das große Potential von RNA für die Diagnostik und Behandlung von Infektionskrankheiten nutzbar gemacht werden. RNA-Moleküle sind deshalb ideale Kandidaten für eine individualisierte Diagnostik. Das HIRI soll zu einem besseren Verständnis von Infektionen beitragen und signifikante Fortschritte in der Bekämpfung von Infektionskrankheiten ermöglichen.

Max-Planck-Institute in Martinsried und München

Auf dem Campus Martinsried sind die beiden Max-Planck-Institute für Neurobiologie und Biochemie beheimatet. Am MPI für Neurobiologie werden die grundlegenden Funktionen, der Aufbau und die Entwicklung des Gehirns und des Nervensystems bis hin zu den Ursachen von Erkrankungen untersucht. Das MPI für Biochemie betreibt mit neuesten molekularbiologischen Methoden Spitzenforschung auf dem Gebiet der Biomedizin und eröffnet damit vielversprechende Möglichkeiten bei der Erforschung von Krankheitsursachen und der Entwicklung neuer Diagnose- und Therapieansätze.

Das Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München verbindet Grundlagenforschung, klinische Forschung und Patientenversorgung im Bereich der Psychiatrie und Neurologie. Depression und Angsterkrankungen bilden den Schwerpunkt der Forschung und der klinischen Behandlungsangebote.

Max-Planck-Forschungsgruppe "Systemimmunologie" in Würzburg

Mit Beiträgen der Max-Planck-Gesellschaft, des Freistaats und der Universität wurde an der Universität Würzburg die neue Max-Planck-Forschungsgruppe "Systemimmunologie" gegründet, welche die Wechselwirkungen zwischen Immunsystem und anderen Organsystemen untersuchen soll.

 

Leibnitz-Institut für Immuntherapie (LIT)

Das Leibniz-Institut für Immuntherapie konzentriert sich auf die Entwicklung neuer Immuntherapien gegen Krebs, chronische Entzündungen, Autoimmunerkrankungen sowie in der Organ- und Stammzelltransplantation. Besonderen Stellenwert hat für das Institut dabei die Translation von der Grundlagenforschung bis hin zur Therapie am Krankenbett. Die Erkenntnisse der Regensburger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler helfen unter anderem dabei, künftig die Volkskrankheit Krebs viel erfolgreicher als bisher zu bekämpfen. Durch die Aufnahme in die Bund-Länder-Förderung der Leibniz-Gemeinschaft zum 01.01.2022 hat das Institut dafür nun ausgezeichnete Voraussetzungen. Biologen, Biochemiker und Mediziner entwickeln auf dem Campus des Universitätsklinikums Regensburg Methoden, mit denen man menschliche Immunzellen genetisch verändern kann. Damit kann die Krebsbehandlung in neue Sphären vorstoßen: Spricht beispielsweise ein Krebspatient mit einem fortgeschrittenen Tumor nicht mehr auf herkömmliche Therapien an, sollen gentechnisch „getunte“ Immunzellen des Körpers dazu gebracht werden, den Tumor zu zerstören.

Deutsche Zentren der Gesundheitsforschung

In den Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung suchen die besten deutschen Forschungseinrichtungen im jeweiligen Fachgebiet nach neuen Erkenntnissen über die wichtigsten Volkskrankheiten.

An allen sechs Zentren sind das Helmholtz-Zentrum München (HMGU) beziehungsweise die Medizinischen Fakultäten der Ludwig-Maximilians-Universität und der Technischen Universität München beteiligt. Das HMGU ist Kernzentrum für das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung und das Deutsche Zentrum für Lungenforschung.

NAKO Gesundheitsstudie

Mit der "NAKO Gesundheitsstudie" betreibt ein Netzwerk deutscher Forschungseinrichtungen den Aufbau einer Langzeit-Bevölkerungsstudie mit  200.000 zufällig ausgewählten Teilnehmerinnen und Teilnehmern, welche die Ursachen und Risikofaktoren der wichtigsten Volkskrankheiten aufklären soll. Zudem werden Wege einer wirksamen Vorbeugung und neue Möglichkeiten der Früherkennung gesucht. Der Freistaat Bayern beteiligt sich mit dem Helmholtz-Zentrum München (zum Teil am Standort Augsburg), der Medizinischen Fakultät der Universität Regensburg und dem Klinikum der Universität München maßgeblich an der NAKO Gesundheitsstudie: Hier werden unter anderem 30.000 Probanden rekrutiert, MRT-Untersuchungen durchgeführt und eine zentrale Biomaterialbank betrieben.

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