Energie- und Klimaforschung

Am Energie Campus Nürnberg werden neue Technologien für ein ganzheitliches Energiesystem entwickelt (Foto: encn)
Am Energie Campus Nürnberg werden neue Technologien für ein ganzheitliches Energiesystem entwickelt (Foto: encn)

Energieforschung

Ein wichtiger Schwerpunkt der bayerischen Forschungs- und Technologiepolitik liegt seit längerer Zeit auf der Weiterentwicklung nachhaltiger, CO2-sparender Energieformen. Durch eine enge Kooperation mit allen außeruniversitären Forschungs- und Ressortforschungseinrichtungen, forschenden Unternehmen und Hochschulen aus ganz Bayern soll das Netz aller Fachkompetenzen im Energiebereich gestärkt und ausgebaut werden.
Seit 2012 fördert das Wissenschaftsministerium eine Vielzahl von Strukturmaßnahmen, Forschungsverbünden und Einzelprojekten. Von 2012 bis 2020 betrug das gesamte Fördervolumen knapp 250 Mio. Euro. Aktuell werden Strukturmaßnahmen und Forschungsvorhaben mit jährlich mehr als 20 Mio. Euro gefördert. Drei Beispiele:

  • Das Verbundprojekt Solar Technologies go hybrid (SolTech) besteht seit 2012 aus so genannten Keylabs an fünf bayerischen Universitäten in Bayreuth, Erlangen, München und Würzburg, die Sprunginnovationen bei der Photovoltaik und bei photokatalytischen Prozessen anstreben; ihr Ziel ist es, mit Sonnenlicht solare Brennstoffe direkt zu erzeugen und der Atmosphäre CO2 zu entziehen.
  • Ebenfalls seit 2012 forschen mehrere hochschulische und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen der Region im Energiecampus Nürnberg (EnCN) interdisziplinär und systemisch entlang der gesamten Energiekette von der Produktion nachhaltiger Energie, ihrem Transport und ihrer Speicherung bis hin zum möglichst effizienten Verbrauch. Dieser umfassende Ansatz war bei Gründung des EnCN einzigartig und hat seitdem viele Nachahmer gefunden.
  • In der Geothermie Allianz Bayern (GAB) arbeiten seit 2016 mehrere bayerische Universitäten in München, Erlangen und Bayreuth daran, das riesige Wärmebecken der süddeutschen Molasse noch sicherer und nachhaltiger nutzbar zu machen, und sie erforschen mögliche Erdwärmereservoire in Nordbayern. Perspektivisch können mehr als 25% des bayerischen Wärmebedarfs durch die Geothermie gedeckt werden – 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag und völlig unabhängig von Wind und Sonne!

Helmholtz-Institut Erlangen-Nürnberg für Erneuerbare Energien

Eine bedeutende Forschungseinrichtung im Energiebereich ist das im September 2013 gegründete Helmholtz-Institut Erlangen-Nürnberg für Erneuerbare Energien (HI ERN) in Zuständigkeit des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie. Es ist eine institutionalisierte Langzeit-Kooperation der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, des Forschungszentrums Jülich und des Helmholtz-Zentrums Berlin. Das HI ERN forscht insbesondere zu „solaren Materialien“ und zum Thema „Wasserstoff als Speichermedium“. Indem es die spezifischen Kompetenzen der beteiligten Partnereinrichtungen bündelt, möchte es sich hier zu einem international sichtbaren Center of Excellence entwickeln.

Klima- und Klimafolgenforschung

Wie das energiepolitische Zieldreieck "sicher, bezahlbar, umweltverträglich" deutlich macht, stehen die Themen Energie und Klima in engem Zusammenhang. So sind die oben genannten  Forschungsvorhaben, die sich mit Fragen der Energie- und Ressourceneffizienz befassen, auch Schlüssel für einen wirksamen Klimaschutz.

Neben den Ursachen des Klimawandels und ihrer Reduktion liegt heute ein bedeutender Fokus des wissenschaftlichen Interesses auf dem Umgang mit seinen Auswirkungen und deren Minderung (Klimafolgenforschung). Die aktuellen Fördermaßnahmen berücksichtigen diese Entwicklung. So wurde 2018 das Bayerische Klimaforschungsnetzwerk (bayklif) als Teil des Klimaschutzprogramms Bayern 2050 gegründet. Die Forschungsschwerpunkte dieses Netzwerks sind verbesserte Erkenntnisse über die ökologischen und gesellschaftlichen Folgen des Klimawandels und die darauf aufbauende Entwicklung und Anwendung von Modellen zu deren Minderung. Weiterhin werden regionale und überregionale Strategien der Politik für Klimaschutz und -anpassung erarbeitet. Im Rahmen des Bayerischen Klimaforschungsnetzwerks werden im fünfjährigen Förderzeitraum von 2018 bis 2023 fünf interdisziplinäre Verbundprojekte sowie fünf Juniorforschergruppen gefördert.

Ein Paket von Maßnahmen zum Klimaschutz, auch in Forschung und Entwicklung, stellt der "Klimareport Bayern 2021" des Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz vor.

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