Künstlerehrung Ausgezeichnet: Vier Sterne am bayerischen Kunsthimmel

Kunstminister Bernd Sibler mit Juliane Köhler, Dagmar Nick und Anne Maar (v.l.n.r.) bei der Verleihung der Auszeichnung in München
Kunstminister Bernd Sibler mit Juliane Köhler, Dagmar Nick und Anne Maar (v.l.n.r.) bei der Verleihung der Auszeichnung in München

Kunst- und Wissenschaftsminister Bernd Sibler verleiht Auszeichnung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst an Juliane Köhler, Anne Maar, Dagmar Nick und Basil H. E. Coleman.

Kunstminister Bernd Sibler mit Basil H. E. Coleman (v.l.n.r.) bei der Verleihung der Auszeichnung in Osterhofen
Kunstminister Bernd Sibler mit Basil H. E. Coleman (v.l.n.r.) bei der Verleihung der Auszeichnung in Osterhofen

Die Schauspielerin und Hörspielsprecherin Juliane Köhler, die Kinderbuchautorin, Theaterregisseurin und Leiterin des Theaters Schloss Maßbach – Unterfränkische Landesbühne Anne Maar und die Lyrikerin und Schriftstellerin Dagmar Nick erhielten von Wissenschafts- und Kunstminister Bernd Sibler die Auszeichnung „PRO MERITIS SCIENTIAE ET LITTERARUM“ des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst in München. Kunst- und Wissenschaftsminister Bernd Sibler betonte: „Mit den drei Künstlerinnen zeichnen wir drei Sterne am bayerischen Kunsthimmel aus. Sie bringen mit ihrer Hingabe an die Kunst unseren Kulturstaat zum Leuchten! Ihre Leidenschaft für das Schauspiel und das Schreiben lässt die Herzen ihrer Zuschauer und Leser glühen.“

Anlässlich des Neujahrskonzerts in Osterhofen verlieh Sibler die Auszeichnung ebenfalls an den Generalmusikdirektor des Landestheaters Niederbayern, Basil H. E. Coleman. Der Staatsminister lobte ihn für seinen „musikalischen Enthusiasmus und künstlerischen Mut“, den er bei vielen Gelegenheiten bewiesen habe.

Die Ehrungen im Detail

Juliane Köhler

„Juliane Köhlers Schauspiel geht unter die Haut. Sie ist eine wunderbar vielseitige, markante Charakterdarstellerin. Wir hier im Freistaat schätzen uns glücklich, dass sie mit ihrer überzeugenden Art die Zuschauer Jahr für Jahr beeindruckt“, so Sibler.

Ihr erstes Engagement trat Juliane Köhler 1993 am Bayerischen Staatsschauspiel in München an, dem sie nach einem kurzen Ausflug zu den Münchner Kammerspielen seit 2001 treu geblieben ist. Sie gehört spätestens seit ihrem ersten filmischen Großerfolg „Aimée und Jaguar“ im Jahr 1999 auch zu den festen Größen des deutschen Film- und Fernsehschaffens. 1998 erhielt sie den Bayerischen Filmpreis, 1999 wurde sie mit dem Bundesfilmpreis als beste Schauspielerin und dem Silbernen Bären der Berlinale ausgezeichnet. In Hauptrollen war sie außerdem in den Oscar-nominierten Filmen „Der Untergang“ und „Zwei Leben“ im Kino zu erleben.

Bild: Kunstminister Bernd Sibler (rechts) mit Juliane Köhler

Anne Maar

„Anne Maar setzt ihre Kreativität dafür ein, v.a. Kindern und Jugendlichen Wertvolles auf ihrem Lebensweg mitzugeben: So bringt sie in ihren Büchern den jungen Leserinnen und Lesern Empathie nahe. Mit ihrer Theaterpädagogik macht sie für die jüngere Generation Theater sowohl in Theorie und Praxis begreifbar. Auf diese Weise hat sie sich um die kulturelle Bildung insbesondere in der Region Unterfranken, aber auch darüber hinaus, in besonderer Weise verdient gemacht“, so Sibler.

Schon früh hatte Anne Maar den Wunsch, Theater zu spielen oder beim Film zu arbeiten. Nach dem Abitur ging sie nach Berlin, begann als Regieassistentin und Regisseurin am Theater zu arbeiten und schrieb Drehbücher. Aus einem Drehbuchprojekt entwickelte sich dann das eigenständige Schreiben von Kinderbüchern. Seit 2001 leitet sie das Theater Schloss Maßbach – Unterfränkische Landesbühne. 2005 eröffnete sie dort eine eigene Spielstätte für Jugendtheater, das „Theater im Pferdestall“.

Bild: Kunstminister Bernd Sibler (links) mit Anne Maar

Dagmar Nick

„Dagmar Nick gilt heute als eine der wichtigsten deutschsprachigen Lyrikerinnen. Ihre Gedichte vereinen intensive Emotionalität mit stilistischer Präzision. Ihre Lyrik wird in einem Atemzug mit dem Werk einer Rose Ausländer, Ingeborg Bachmann und Hilde Domin genannt. Es ist eine große Ehre, dass sie in Bayern lebt und wirkt“, so Sibler.

Dagmar Nick wuchs in Berlin als Kind des Komponisten Edmund Nick und der Konzertsängerin Käte Nick-Jaenicke auf. Während der Zeit der Nationalsozialisten musste sie als Kind einer Halbjüdin das Gefühl der Bedrohung von Leib und Leben als tägliche Realität erleben. Sie schreibt seit ihrem 19. Lebensjahr, als Erich Kästner ihr Gedicht „Flucht“ in der „Neuen Zeitung“ drucken ließ, was ihr zu schlagartiger Bekanntheit verhalf. Im Sommer 2018 hat sie ihren jüngsten Lyrikband unter dem Titel „Abtrünniges Herz“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Ihre Vielseitigkeit zeigt sich in ihrer Versiertheit in verschiedenen Gattungen und Genres. Neben dem lyrischen Werk hat sie eine Anzahl von Prosawerken, Dokumentationen, Übersetzungen und Hörspielen geschaffen, aber auch historisch fundierte, präzise und hochpoetische Reisebücher über ihre Erfahrungen in Israel, auf Rhodos, Sizilien und den Ägäischen Inseln. Auf vielschichtige Weise hat sie sich mit der deutschen Geschichte und dem jüdischen Leben auseinandergesetzt.

Bild: Kunstminister Bernd Sibler (rechts) mit Dagmar Nick

Basil H. E. Coleman

„Sie kennen keine Berührungsängste, und Sie lassen sich auch von großen Herausforderungen nicht einschüchtern“, so der Kunstminister anlässlich der Auszeichnung an Basil H. E. Coleman. Als Niederbayer freue es ihn besonders, dass das Landestheater Niederbayern einen „so vielseitigen und inspirierenden Generalmusikdirektor“ habe. Zuletzt hatte der Generalmusikdirektor sich mit viel beachteten Großprojekten wie Wagners „Tristan und Isolde“ und dem „Rheingold“ und mit aufwendigen Musical-Produktionen einen Namen gemacht.

Der gebürtige Londoner Basil H. E. Coleman erhielt seine Ausbildung am Keble College der Oxford University und am Konservatorium der Stadt Wien. Seine musikalischen Schwerpunkte setzt er auf der italienischen Oper sowie auf der spätromantischen deutschen Musik und dirigiert im Übrigen ein breites Repertoire von Mozart bis zur Moderne. Überregional bekannt wurde er mit Aufführungen sämtlicher Opern von Vincenzo Bellini.

Der amtierende Generalmusikdirektor kam nach früheren Stationen an Bühnen in Krefeld und Mönchengladbach, München und Augsburg 1997 als erster Kapellmeister zur musikalischen Abteilung des Landestheaters Niederbayern. 2001 wurde er dort zum Musikdirektor und 2005 zum Generalmusikdirektor ernannt.

Bild: Kunstminister Bernd Sibler (links) mit Basil H. E. Coleman

Bronze-Relief „PRO MERITIS SCIENTIAE ET LITTERARUM“
Bronze-Relief „PRO MERITIS SCIENTIAE ET LITTERARUM“

Das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst verleiht seit dem Jahr 2000 die Auszeichnung „PRO MERITIS SCIENTIAE ET LITTERARUM“ an herausragende Persönlichkeiten für deren Verdienste um Wissenschaft und Kunst, seit 2008 in Form eines Bronze-Reliefs. Ziel dieser Ehrung ist neben der Würdigung dieser Persönlichkeiten, Kultur als Einheit zu begreifen: Wissenschaft und Kunst sollen als zwei Seiten derselben Medaille wahrgenommen werden. Pro Jahr werden grundsätzlich nur bis zu acht Auszeichnungen vergeben.

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